Es ist im Mai 2003. Das erste halbe Jahr hat mit Einzelunterricht oder Unterricht in kleinen Gruppen begonnen. Folgender, für eine Stadtteilzeitung geschriebener Artikel beleuchtet den Anfang und die Entstehung der "Violinis" im Stadtteil St. Pauli/Altona:
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Mit der Geige durch das Jahr/Renate Bruce-Weber
Geige spielen lernen?- Für viele Eltern war dies ein befremdlicher Gedanke, als ihre Kinder nach einer Vorstellung des Instrumentes "Geige" in der Schule gerade diesen Wunsch äußerten. "Quietscht das nicht?" "Ist das nicht zu schwer?" "Wirst du das auch durchhalten?" "Wir haben doch gar keine Geige." "Und was kostet der Spaß?" So die skeptischen Fragen.
Es war im letzten Herbst, als die Geigenlehrerin und Autorin des Schulwerkes "Die fröhliche Violine" , Renate Bruce-Weber, den Grundschülern in Altona die Geige vorstellte, erzählte, wie die einzelnen Teile der Geige heißen, warum der Geigenbogen Bogen heißt und der Frosch Frosch, die Schüler die ersten Lieder ausprobieren ließ und ihnen vormachte, was man für Klänge aus dem Instrument herausholen kann. Einige Kinder wollten daraufhin selber Geige lernen, und so mussten wir die zweifelnden Fragen der Eltern aus dem Wege räumen. Geigen wurden beim Geigenbauer ausgeliehen, eine monatliche Unterrichtsgebühr wurde vereinbart, und die Kinder verpflichteten sich, zu Hause zu üben. Nein - es quietschte nicht. Und zumindest, wenn die Lehrerin mitspielte, klang es auch gleich von Anfang an nach richtiger Musik.
Nur die Frage des Durchhaltens stellt sich nach einem halben Jahr Unterricht noch. Für die Geige braucht es einen "langen Atem". Und da müssen sich die Eltern schon ins Bewusstsein rufen, welche Bereicherung das Geigespielen für ihre Kinder ist. Es stärkt das Selbstbewusstsein ungemein, wenn man etwas kann; das Üben trainiert die Disziplin, das Zusammenspiel fördert das Gemeinschaftsgefühl, und das gemeinsame Musizieren macht nicht nur Spaß, sondern fördert auch die Konzentrationsfähigkeit. Und : Geigespielen muss kein Luxus sein. Gruppenunterricht ist besonders günstig, da die Kosten durch die Anzahl der Teilnehmer geteilt werden.
Nach dem ersten halben Jahr Unterricht wollen die Schüler zeigen, was sie gelernt haben Am Samstag, dem 21. Juni 2003, um 17 Uhr gibt es im Lichtwarksaal in der Neanderstrasse (Neustadt) das erste Vorspiel "Mit der Geige durch das Jahr - ein musikalischer Kalender" mit Geigenliedern und Gedichten zu den Monaten des Jahres. Und damit sich alle Schüler, die sonst einzeln oder in Kleingruppen Unterricht haben, kennenlernen, werden auch ein paar Stücke geprobt, die bei den Stadtteilfesten im Schanzenviertel und in Altona-Nord gemeinsam vorgespielt werden.
"Mit der Geige durch das Jahr" - hoffen wir, dass daraus viele Jahre werden mit einem erfüllenden Hobby.

Stadtteilzeitung "Altona/Nord im Blick", Ausgabe Juni 2003
